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Afghanistan
Afghanistan liegt in Zentralasien und bildet Grenzen mit Rußland, Iran, China und
Pakistan. Dort werden Teppiche sehr unterschiedlicher Art größtenteils von
eingeborenen Afghanen (Pashtunen) und Angehörigen turkmenischer Stämme geknüpft.
Speziell die letzteren sind vielfach in den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts aus
Rußland emigriert.
Bis in die siebziger Jahre hinein war die Produktion relativ einförmig und bestand im
Wesentlichen aus stark rot und schwarz gefärbten Stücken mit Oktogonmuster, die in
vereinfachter Form von Turkmenischen Motiven (Göls) übernommen worden waren. Vor allem
seit dem Abzug der russischen Truppen im Februar 1989 und der Zerschlagung des
kommunistischen Regimes im Mai 1992 jedoch, veränderten sich die Erzeugnisse des
Afghanischen Marktes grundlegend. Die klassischen, turkmenischen Motive werden heute
in sehr viel wärmeren, vielfach bräunlichen Farbtönen ausgeführt. Daneben gibt es sehr
gelungene Stücke mit kaukasischer Optik, teilweise aus handgesponnenener Wolle und
geknüpft und mit Naturfarben gefärbt.
Ein Teil der Produktion hat sich mittlerweile, in Folge der Invasion sowjetischer Streitkräfte
und des anschließenden Bürgerkriegs, ins benachbarte Pakistan verlagert, wohin mehrere
Millionen Afghanen während der 80er und 90er Jahre (Einzug der Russischen Truppen im
Dezember 1979) flohen. So ist heute im nordwestlichen Pakistan auch der größte Markt
für Afghanische Teppiche zu finden.
Man kann durchaus sagen, daß die Afghanische Produktion heute vielfältiger ist als je
zuvor. Dabei werden auch absolute Spitzenqualitäten, wie z. B. die seltenen
Afghanischen Seidenteppiche in sehr hoher Feinheit, geknüpft, die es früher in dieser
Form nicht gegeben hat. Nach wie vor kommen aber vereinzelt auch immer wieder
traditionelle Afghanische Mauri und Ghondoz Teppiche älterer Produktion auf den Markt,
ebenso wie original turkmenische Stücke in vielfältigen Formen.
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