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Spiralrankenteppich (Fragment)
Zentral- oder Ostiran, um 1600
Größe: 122 x 116 cm
Kette: Baumwolle Z4S
Schuß: Baumwolle 2Z, 3 Schüsse
Knüpfung: Wolle asymm. 3600/dm²
Eine Gruppe safawidischer Knüpfarbeiten, die im 17. Jahrhundert zu höchster
Blüte gelangte, bilden die Spiralrankenteppiche. Das Herstellungszentrum ist
umstritten, es muß eine Stadt mit guter handwerklicher Tradition gewesen sein, in
der die Voraussetzungen für eine umfangreiche Produktion vorhanden waren, denn die
Spiralrankenteppiche stehen zahlenmäßig an der Spitze der erhaltenen
Safawidenteppiche. Traditionell werden sie mit der ostpersischen, weit in das
heutige Afghanistan hineinreichenden Provinz Khorassan in Verbindung gebracht, nach
deren Hauptstadt sie auch Herat-Teppiche genannt werden. In Khorassan liegt aber
auch die traditionsreiche Stadt Meschhed, die als Sitz einer von Schah Abbas
begründeten Hofmanufaktur ausdrücklich genannt wird. Schließlich kommen auch die auf
Wollteppiche spezialisierten Hofmanufakturen von Isfahan in Frage, vor allem, weil
der Dekorationsstil dem der Isfahaner Seidenteppiche auffallend ähnlich ist. In dem
vorliegenden Fragment hat sich das Mittelfeld eines dieser stets rotgrundigen
Teppiche erhalten. Das Motiv der mit einer Mittelraute verbundenen Palmettblüten,
die auf den Achsen liegen und die vertikale und horizontale Ordnung des
achsensymmetrisch angelegten Rankenmusters betonen, findet sich auch bei den frühen
Polenteppichen. Die ausdrucksvoll gezeichneten Palmettblüten sind durch die dünnen
Spiralen, die unter ihnen hindurchgeführt werden, dem Rankenschema eingegliedert,
das in seinem Verlauf immer wieder von Blüten unterschiedlicher Größe überdeckt
wird. Dazwischen erscheinen Wolkenbänder. Die großen Wolkenbänder, die die
Horizontalachse umspielen, verschwinden teilweise unter den großflächigen Blüten.
Die dicht aufeinanderfolgenden Blüten geben mit den farbenreichen, teilweise
gepunkteten Blattkränzen und den geflammten Konturen eine Vorstellung von dem
Raffinement des neuen Teppichstils. Die ungewöhnlich dichte Knüpfung erfolgte im
asymmetrischen Knoten, der bei den klassischen persischen Teppichen fast
ausschließlich verwendet wurde. Er sichert auch bei detaillierter Zeichnung und
komplizierten Mustern den fließenden Duktus der Linienführung.
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