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Grabmal Feraghan
Feraghan (Nordwestiran), um 1800
Größe: 121 x 188 cm
Kette: Baumwolle Z8S
Schuß: Baumwolle, 1. Schuß 2S, 2. Schuß 3Z
Knüpfung: Wolle asymm. 4900/dm²
Grabteppiche dienten zur Ausstattung von Grabbauten, die für Mitglieder der
Oberschicht und heilige Männer errichtet wurden. Ein Baum bildet hier eines der
bevorzugten Motive, das sich auf die Gärten in der unmittelbaren Umgebung dieser
Anlage bezieht. Das vorliegende Beispiel hat die Form des Gebetsteppichs mit einem
als Mihrab gestalteten Innenfeld und knüpft damit an die Tradition der safawidischen
Grabtücher an, die in den Bordüren religiöse Inschriften und im nischenförmigen
Mittelfeld Blütenranken tragen. Hier erhebt sich auf einem Erdhügel ein Baum mit
üppig entfaltetem Blattwerk, der als Lebensbaum aufgefaßt werden kann. Bei näherer
Betrachtung löst sich an der Spitze ein Motiv heraus, das mit der Thematik des Todes
verbunden ist: ein Totenkopf mit begleitenden Händen in islamischer Gebetshaltung.
In den herabstürzenden Vögeln und den Zypressen, die an den Seiten angedeutet
werden, erscheinen weitere in diesem Zusammenhang eindeutige Symbole. Die gedämpfte
Farbigkeit, die durch Blau, Beige, Braun und Rostrot bestimmt wird, ist der ernsten
Thematik angemessen. Die winklig geführten Blütenranken der Bordüre verweisen den
Teppich an das westpersische Kurdengebiet.
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