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Gartenteppich (Fragment)
Nordwestiran, 18. Jahrhundert
Größe: 258 x 110 cm
Kette: Wolle Z2S
Schuß: Wolle, 2 Schüsse
Knüpfung: Wolle symm. 2000/dm²
Gartenlandschaften mit schattenspendenden Bäumen gehörten seit der Safawidenzeit
zu den beliebten Bildthemen persischer Textilien, die sich an entsprechenden Szenen
der Miniaturmalerei orientierten. Die Gartenkultur stellte ein Privileg der
Oberschicht dar, das ihre Lebensweise bestimmte. Die Teppiche bildeten die Gärten,
die jederzeit ausgebreitet und genossen werden konnten. Das vorliegende Fragment
vermittelt einen Ausschnitt aus einer dieser geometrisch geplanten Gartenanlagen,
die von Wasserkanälen durchzogen wurden. Der Kanal ist mit seinen auf blaugrünem
Grund eingetragenen Wellen um die Pflanzenrabatten geführt, die in quadratischer
Form abfolgen und teils kleinteilige Sträucher, teils großflächige Palmettblüten
aufweisen, die ziemlich monoton wiederholt werden. Das Mittelfeld wird von einem
Wasserbecken eingenommen, das sich in der Breite über drei Rabatten erstreckt und
mindestens doppelt so lang war. Wie bei dem kleinen Bassin am unteren Feldende ist
das Wasser rot gezeichnet, während blaurote Wellen von Beispielen aus dem
nordpersischen Raum überliefert werden. Das Mittelbecken wird von Blattsträuchern
überschnitten, die die Einfassung bilden und infolge der angewendeten
Vogelperspektive weit über das Wasser vorstoßen. In der starren Gliederung, der
vereinfachenden Darstellung und in dem Farbwechsel der Motive, der Lebendigkeit
vortäuscht, entspricht der Gartenteppich den späten Teppichen mit gereihten
Palmettblüten, die in einer stark geometrisierten Form auch hier ins Bild
gelangten.
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