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Dr. Amir Pakzad Orientteppiche
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Lottoteppich

Westtürkei (Gebiet von Uschak),
17. Jahrhundert


Größe: 112 x 155 cm
Kette: Wolle Z2S
Schuß: Wolle, 2 Schüsse
Knüpfung: Wolle symm. 1200/dm²

Lottoteppich

Zu den ältesten Zeugnissen der Knüpfkunst gehören die Teppiche, die im 13. Jahrhundert für die Ausstattung der Alaeddin-Moschee von Konya hergestellt wurden, das zu dieser Zeit die Hauptstadt des Seldschukenreiches von Rum bildete. Ihre Muster, die durch den endlosen Rapport kleinteiliger Motive bestimmt sind und auffallend breite Bordüren haben, blieben über die Jahrhunderte für einen Teil der anatolischen Teppichproduktion vorbildlich. Im 14. Jahrhundert verlagerte sich der Schwerpunkt nach Westanatolien, wo sich zwischen Eskisehir und Bursa, das seit 1326 die osmanische Hauptstadt bildete, die Kernlande der Osmanen erstreckten. Hier scheint sich die westanatolische Kleinstadt Uschak schon bald zum führenden Teppichzentrum entwickelt zu haben, obschon die Produktion erst im 17. Jahrhundert urkundlich erwähnt wird. Die Teppiche, die mit Uschak in Verbindung gebracht werden, zeigen in Bezug auf die Farbigkeit eine große Übereinstimmung. Unter ihnen bilden die sogenannten Lottoteppiche die älteste Gruppe, die seit dem 16. Jahrhundert auf den Gemälden des Venezianers Lorenzo Lotto (1480 - 1556) und anderer italienischer Meister wiedergegeben wurden. Das stets rotgrundige Feld wird in seiner ganzen Lottoteppich Detail Ausdehnung von leuchtend gelbem Blattwerk überzogen, dem ein Rapport aus Rauten und Oktogonen zugrunde liegt. Die Teppiche wurde in allen Größen bis zu einer Länge von sechs Metern hergestellt. Bei dem vorliegenden Beispiel wurde aus dem traditionellen Musterzusammenhang ein Teilaspekt herausgelöst, der sich in dem kleinen Innenfeld in Form von zwei teilweise angeschnittenen Blattoktogonen abzeichnet. Zwischen ihnen erscheinen die waagerecht ausgerichteten Palmettblüten der rautenförmigen Motive, die bei intaktem Rapport im seitlichen Anschluß vorauszusetzen sind. Der willkürlich gewählte Ausschnitt zeigt, daß das ursprüngliche Muster nicht mehr verstanden wurde. Die Wolkenbandbordüre wird in dieser Form auch von anderen Teppichgattungen aus dem Uschak-Gebiet verwendet.



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