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Medaillon-Uschak
Westtürkei (Gebiet von Uschak), 17. Jahrhundert
Größe: 236 x 490 cm
Kette: Wolle Z2S
Schuß: Wolle S, 2 Schüsse
Knüpfung: Wolle symm. 1200/dm²
Der traditionelle Teppichstil, bei dem die Flächengliederung durch den endlosen
Rapport kleiner Mustereinheiten erfolgte, wurde im 17. Jahrhundert weitgehend von
einem Medaillonschema verdrängt, das sich unter persischem Einfluß entwickelte. In
Anatolien äußerte sich die neue Konzeption erstmals in den Medaillon-Uschaks, bei
denen das namengebende Mittelmedaillon nahezu die gesamte Breite des Innenfeldes
einnimmt und die Ecken von Medaillonsegmenten bedeckt werden. Im Gegensatz zu
vergleichbaren Stücken zeigt der vorliegende Teppich, daß das Muster aus einem
versetzten Rapport zweier unterschiedlicher Medaillonformen abgeleitet wurde, die
auch die gegensätzlichen Konturen von Mittelmedaillon und Ecken erklären. Der
Musterausschnitt fiel nach den vom Auftraggeber geforderten Abmessungen der Teppiche
unterschiedlich aus, weil es nicht üblich war, die Motive in einen anderen Maßstab
zu bringen. Neben dem Mittelmedaillon werden hier die Spitzen der auf der
Vertikalachse folgenden Medaillons wiedergegeben. An den Seiten sind jeweils zwei
Sternmedaillons zur Hälfte ins Bild gerückt. Ihre Zeichnung entspricht mit den
geschwungenen Gabelblättern und den Palmettblüten zwischen ihnen dem herkömmlichen
Schema. Im Mittelmedaillon ist das vorgeschrieben klar gegliederte Leitmotiv, das
aus einem Vierpaß mit diagonal gestellten Gabelblättern und den zugehörigen axial
ausgerichteten Palmettblüten besteht, in verschnörkelte Pflanzenornamente umgesetzt
worden. Im Kontrast zu den blau- und grüngrundigen Medaillons ist der Teppichgrund
rot. Er wird von kleinteiligen Blütenranken in Hellblau durchzogen, die in alle
Richtungen ausufern und an den Seiten des Mittelmedaillons in bloße Wellenornamente
übergehen. Die Bordüre bietet dagegen klar gezeichnete Palmetten, die abwechselnd
stehen und hängen und mit einer winklig geführten Wellenranke verbunden
sind.
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