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Teppichbetrug
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Orientteppichkauf in den Ferien
"Der große Nepp"
Bis zu 80% Preisnachlaß, wie geht das?  »
Warum im Fachgeschäft kaufen?  »
Trickbetrug mit Orientteppichen  »
Was kann man gegen Betrüger unternehmen?  »
Wie kann man sich schützen?  »
Presseberichte zu Betrugsfällen  »


Der echte, handgeknüpfte Orientteppich hat in den letzten Jahre durch unseriöse Geschäftspraktiken einen Imageverlust erlitten, der kaum wieder gut zu machen ist.

Bis zu 80% Preisnachlaß, wie geht das?
Wundern auch Sie sich nicht manchmal über die geradezu phantastischen Preisnachlässe, die Ihnen in der Werbung für Orientteppiche offeriert werden? Fragen Sie sich nicht manchmal, ob da alles mit rechten Dingen zugeht? Ob Schlußverkauf, Ausverkauf, Sonderverkauf, Räumungs- oder Teilräumungsverkauf die Gründe sind: Immer wieder können Sie hier um bis zu 80% reduzierte Ware kaufen!

Neben dem klassischen Teppichbetrüger an der Haustür (siehe Trickbetrug mit Orientteppichen und Presseberichte zu Betrugsfällen), ist das Geschäftsgebaren bestimmter Händler immer wieder Anlaß zur Sorge. Hier werden in der Regel Preise "stark", oder "radikal" reduziert, die manchmal sogar von sogenannten "unabhängigen Sachverständigen" festgelegt wurden. Nun ist allerdings ein Sachverständiger für Orientteppiche keine geschützte (Berufs-)bezeichnung. Es kann sich im Grunde jeder so nennen. Besondere fachliche Qualifikationen sind nicht erforderlich. Und: Wie unabhängig sind diese "Sachverständigen" wirklich? Am Ende sind Sie als Kunde beim Kauf immer auf das Wort des jeweiligen Händlers angewiesen.

In anderen Fällen führt anscheinend gleich von Anfang an unseriöse Preisgestaltung zu der Möglichkeit "phantastischer" Preisreduzierungen, die bereits mit einkalkuliert sind. Bei einer seriösen Preisgestaltung könnte man derartige Nachlässe nicht gewähren. Bereits eine Reduzierung um 50% des ursprünglichen Verkaufspreises wäre unrentabel und würde zu Verlusten für den Händler führen. Und, Hand aufs Herz, wer kann und will denn schon etwas verschenken?

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Warum im Fachgeschäft kaufen?
Was mir weh tut, ist der Imageschaden, den der echte, handgeknüpfte Orientteppich und damit die gesamte Orientteppichbranche durch solche Machenschaften erfährt. Für mich ist der Orientteppich in all seiner Vielfalt und Individualität, seiner Schönheit und Einzigartigkeit immer noch ein Wunder. Er wird von Menschen als Ausdruck Ihrer Kreativität und Kultur in reiner, mühevoller Handarbeit gefertigt. Die Auswahl der Farben, der Materialien, die Variation der Muster und die künstlerische Gestaltung jedes einzelnen Stücks machen den Orientteppich zu etwas absolut einmaligem: Er ist möglicherweise das letzte Handelsgut in unserer hochtechnisierten Welt, das noch in großer Anzahl in reiner Handarbeit hergestellt wird und uns gleichermaßen als Gebrauchsobjekt, wie auch als Kunstobjekt, ein Stück Lebensqualität beschert.

Nur der Kauf im seriösen, alteingesessenen Fachhandel kann Sie vor Enttäuschungen bewahren, und Ihnen die Freude am Teppich erhalten. Hier kaufen Sie nach fachlich fundierter Beratung vor dem Hintergrund langjähriger Erfahrung und bekommen umfangreichen Service und Betreuung, die weit über den Kauf hinausgeht. Und der Preis? Wenn Sie das Angebot des Fachhandels prüfen, ohne sich von "Angeboten" blenden zu lassen, werden Sie feststellen, wie günstig hier, unter anderem durch Großeinkauf, mit entsprechender Kompetenz direkt in den Ursprungsländern, kalkuliert werden kann.

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Trickbetrug mit Orientteppichen
In unserem Geschäftsalltag sind uns schon hunderte von Fällen versuchten oder erfolgten Betrugs mit Orientteppichen zu Ohren gekommen. Fast alle Fälle gleichen sich, daher möchte ich hier kurz die gängigsten Tricks beschreiben.

In der Regel meldet sich der Betrüger zunächst telefonisch. Die nötigen Telefonnummer lassen sich, in der Regel nach Straßen oder Wohngebieten, leicht mit Hilfe einer entsprechenden Telefonbuch CD-Rom ermitteln. Dabei werden bevorzugt alleinstehende Frauen, Menschen mit Vornamen der älteren Generation oder Akademiker mit entsprechenden Titeln ausgewählt, da es sich hier vermeintlich um potentielle Opfer handelt. Es hat aber auch schon Fälle gegeben, in denen die Betrüger die Anschriften und Telefonnummern der Opfer von ehemaligen Händlern käuflich erworben haben. Auch bei Teppicheinkäufen im Ausland, speziell in der Türkei, sollte man vorsichtig sein. Dort gibt es Organisationen, die mit Betrügern in Deutschland kooperieren und die Namen und Anschriften Ihrer Kunden weitergeben.

Der Anrufer gibt sich meist als Angehöriger eines großen, ortsansässigen Fachhändlers aus und behauptet: "Sie sind doch Kunde bei uns!". Sein Risiko bei dieser Frage ist gering. Entweder verneint der Angerufene die Frage, oder er bejaht sie. Im ersten Fall wird trotzdem Versucht, das Interesse für Teppiche zu wecken und einen Termin zu vereinbaren; Im zweiten Fall jedoch hat der Betrüger einen "Fuß in der Tür". Er wird jetzt eine frei erfundene Geschichte erzählen, die den "Kunden" neugierig machen soll.

  • Variante 1
    "Wir schließen in kürze unser Geschäft und wollten Ihnen, als gutem Kunden unseres Hauses, zum Abschied noch eine schöne Brücke schenken!"

    Selbst der mißtrauischste "Kunde" denkt hier zunächst: "warum nicht, kostet ja schließlich nichts". Ist der Betrüger aber erst mal im Haus, dann ist von Geschenken nicht mehr die Rede. Darauf direkt angesprochen heißt es dann lapidar: "Nun ja, wenn Sie diese beiden Brücken kaufen, dann bekommen Sie eine dritte als Geschenk!". Das der Preis der dritten Brücke nicht nur doppelt und dreifach mit eingerechnet ist, versteht sich hier wohl von selbst.

  • Variante 2
    "Wir brauchen schnell Geld, weil wir politisch verfolgten Verwandten im Ausland helfen müssen. Deshalb sind wir in einer Zwangslage und darauf angewiesen unsere kostbarsten Stücke zu Spottpreisen zu verkaufen. Bitte helfen Sie uns, Sie tun damit auch ein gutes Werk!"

    Diese Variante ist besonders schäbig, da hier an das Gewissen der potentiellen Opfer apelliert wird. Auch hier sind die angebotenen Stücke, wie immer, meist nicht einmal zwanzig Prozent des verlangten "Schnäppchenpreises" wert.

  • Variante 3
    "Weil wir uns in einer Notlage befinden, müssen wir Sie bitten uns Geld zu leihen. Als Sicherheit lassen wir Ihnen viele wertvolle Teppiche da, deren Wert ein Vielfaches des geliehenen Geldes beträgt. In einem Monat kommen wir dann wieder und lösen die Teppiche aus. Sie bekommen dann auch 50% mehr zurück, als Sie uns geliehen haben!"

    Diese Variante wird häufig noch hinterher geschoben, wenn sich das potentielle Opfer in Variante 1. oder 2. als besonders gefügig erwiesen hat. Wir haben selbst Fälle erlebt, in denen den Betrügern mit solchen Versprechungen Summen von DM 20.000,-- und mehr ausgehändigt wurden, und zwar ohne Quittung, Aufnahme der Personalien etc.. Fast Überflüssig zu erwähnen, daß die Trickbetrüger sich beim Opfer nie wieder gemeldet haben.

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Was kann man gegen Betrüger unternehmen?
Es gibt noch viele weitere Varianten dieser und ähnlicher Tricks. Den Betrügern auf die Schliche zu kommen ist indes nicht einfach. Wenn man erst, nach einem Anruf, den Verdacht hat, einen Termin mit einem Trickbetrüger vereinbart zu haben, kann die Polizei nicht einschreiten, denn es ist ja noch niemand betrogen worden und der Verdacht ist natürlich keine hinreichende Begründung für eine Festnahme oder Klage vor Gericht.

Sind Sie aber erst einmal betrogen worden, so werden Sie den Betrüger in den meisten Fällen gar nicht benennen können, denn er hat sich bei Ihnen unter falschem Namen Zugang verschafft und sich auch nicht ausgewiesen. Eine ordentliche Rechnung mit Name und Anschrift des Verkäufers haben Sie auch nicht vorzuweisen. Sollten Sie den Betrüger trotzdem ausfindig machen, so wird er leugnen Sie zu kennen, oder aber wenigstens Geld von Ihnen erhalten zu haben.

Eine Klage von Seiten des betroffenen Händlers, in dessen Namen sich der Betrüger Zugang verschafft hat, scheitert meist daran, daß dem Betrüger nichts nachzuweisen ist. Die Zugehörigkeit zum genannten Fachgeschäft wird meist nur telefonisch behauptet und vor Zeugen nicht wiederholt.

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Wie kann man sich schützen?
Vereinbaren Sie nie telefonisch Termine mit Menschen, die Sie gar nicht kennen. Haben Sie es trotzdem getan, lassen Sie die Menschen nicht ins Haus. Sie kommen häufig zu zweit oder zu dritt und bedrängen Sie so lange, bis Sie etwas kaufen, auch wenn Sie gar nicht wollten. Haben die Anrufer sich als Inhaber oder Mitarbeiter eines Ihnen bekannten Fachgeschäfts ausgegeben, rufen Sie dort an und versichern Sie sich, daß alles mit rechten Dingen zugeht.

Sind Sie bereits betrogen worden, oder haben Sie einen begründeten Verdacht, verständigen Sie sofort das zuständige Polizeirevier. Die Beamten können Sie dort beraten, was zu tun ist.

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Presseberichte zu Betrugsfällen

  • München
    Eine 75jährige ist von zwei Betrügerinnen um 80.000 Mark erleichtert worden. Nachdem zwei Frauen ihr zwei wertlose Teppiche für 1500 Mark angedreht hatten, beschwätzten sie die Rentnerin, ihnen 25.000 Mark zu leihen, da sie eingelagerte Teppiche auslösen müßten. Tags darauf verlangten sie 55.000 Mark. Nur so, hieß es, bekomme sie ihr Geld zurück. Die Betrügerinnen waren so hartnäckig, daß die Rentnerin auch diese Summe von der Bank abhob. Danach ließen sich die Frauen nicht mehr blicken.

  • Burgdorf
    Die Burgdorfer Polizei warnt vor einem Trio von Trickbetrügern. Die Teppichhändler geben sich als Bekannte eines ehemaligen Geschäftsmannes aus, legen als Beweis alte Verkaufsquittungen vor. Sie bieten angebliche Schnäppchen zu überteuerten Preisen an. Die Täter fahren einen dunkelroten Mercedes mit Kölner Kennzeichen. Am Steuer sitzt eine blonde Frau, ihre Komplizen treten als Vater und Sohn auf.

  • Hannover-Langenhagen
    Frau verliert 20.000 Mark.
    Zwei Betrügern ist eine Frau aus Langenhagen zum Opfer gefallen. Die 58jährige hatte bei sich zu Haus für 20.000 Mark einen Teppich gekauft. Der tatsächliche Wert, so versicherten ihr die beiden Verkäufer, betrage 36.000 Mark. Das Geld bekamen die Männer gegen die Aushändigung einer Quittung und einer vermeintlichen Expertise bar ausgezahlt. Eine anschließende Prüfung des Teppichs ergab einen Wert von 1500 Mark. Die Beschuldigten hatten sich zuvor telefonisch als Neffen eines Langenhagener Teppichhändlers ausgegeben. Der Händler hat sich jedoch bereits persönlich bei der Polizei gemeldet und erklärt, daß er solche Geschäfte nicht betreibe. Er selbst habe schon zwei Anrufe von Personen erhalten, die auf diese Weise die Angaben von vermeintlichen Teppichverkäufern überprüfen wollten.

  • SITTEN ­ Schweiz
    120.000 Franken weg!
    Mit Teppich-Trick Walliser gelegt
    «Wie konnte ich nur so leichtsinnig sein? Wenn das unsere Nachbarn erfahren, traue ich mich vor Scham nicht mehr auf die Straße!»

    Diesen Satz wiederholt Barbara W.* (50) immer wieder. Kein Wunder: Die Walliserin ist auf den klassischen Trick eines Teppich-Betrügers hereingefallen: Sie borgte dem Unbekannten 120.000 Franken in bar, nahm als Sicherheit 18 angeblich sehr wertvolle Orientteppiche.
    Das Ende vom Lied: Die Teppiche waren minderwertig ­ der Händler wurde nie mehr gesehen. Barbara W. zerknirscht: «Dabei machte Ahmet Yelsin einen seriösen Eindruck! Er wußte sogar, daß wir vor acht Jahren während unserer Türkei-Ferien zwei Teppiche gekauft hatten. Er kannte den Kaufpreis, konnte die Teppiche beschreiben. All das nahm mir das Misstrauen.»
    Und so lief der Coup ab: Nach froher Plauderrunde klagte Ahmet über vorübergehende Geldprobleme, bat um ein Darlehen von 120.000 Franken.
    Als Sicherheit bot er 18 «äußerst wertvolle» Orientteppiche an, die er «zufälligerweise im Auto» hatte. Zudem versprach er einen Zins von 10 Prozent, also 12.000 Franken!
    Daß Barbara kein Einzelfall ist, weiß Serge Zehntner (46), Präsident der Schweizerischen Interessengemeinschaft Sauberer Orientteppichhandel (IGOT): «Solche Teppichhändler gehen fast immer nach diesem Muster vor. Nach unseren Schätzungen kassieren sie in der Schweiz jährlich mindestens 20 Millionen Franken.»
    Woher aber wußte Ahmet von Barbaras Teppichkauf in der Türkei?
    Zehntner: «Viele Händler in Ferienorten verkaufen die Adressen von Kunden, inklusive Kopie des Kaufvertrages, an Adress-Agenturen. Diese wiederum verhökern die Adressen an die fliegenden Händler.» Barbara bleibt nur ein kleiner Trost: Die ihr als «Sicherheit» untergejubelten 18 Teppiche sind bestenfalls 40.000 Franken wert.
    Barbaras teures Lehrgeld: 80.000 Franken!
    * Name von der Redaktion geändert.

Hier finden Sie weitere Berichte zu Betrugsfällen.

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